Frankreich und die Stadtplanung
von cc am 07.11.2005
Viel gäbe es zu den eskalierenden Ausschreitungen in Frankreich zu diskutieren.
Meine Hauptthese: Es geht nicht primär um die leidige Frage In-oder Ausländer.
Eines liegt für mich sonnenklar auf der Hand, wird aber nirgendwo angesprochen:
Die fatalen Fehler der Stadtplanung.
Was ist in Paris und in anderen Städten in den letzen vier Jahrzehnten geschehen?
An den Stadträndern wurden riesige "Sozialwohnungen" errichtet, und dann ein fundamentaler Fehler gemacht.
Statt auf das wesentliche jeder gedeihlichen Stadtentwicklung zu setzen, einer sozialen Durchmischung, wurden in diesen "Sozialwohnungen" nahezu ausschliesslich "sozial Schwache" angesiedelt.Und dort ballt sich sich jetzt Armut, extreme hohe Arbeitslosigkeit und das berechtigte Gefühl der Ausgegrenztheit.
Und wenn in grossen Stadtteilen ausschliesslich Menschen dieser sozialen Schicht (egal welcher Herkunft) wohnen, die für sich kaum eine soziale Perspektive sehen, dann ist das ein extrem brisantes Gemisch, dass sich irgendwann (eben jetzt) entlädt.
Ich habe jetzt keine Lösung für Frankreich parat.
Ich bin mir jedoch ganz sicher:
Die Entwicklung sozial durchmischter Stadtteile, in denen verschiedene Milieus, verschiedene Einkommensgruppen neben und miteinander wohnen sind eine elementare Voraussetzung, dass Zustände wie in Frankreich vermieden werden.
In derart gemischten Stadtteilen finden sich auch Kinder der verschiedenen sozialen Gruppen in denselben Schulen, was v.a. für die sozial schwächeren die Aufstiegschancen erhöht.
Dann siedeln sich (Klein)Unternehmen, Restaurants, Bars an, was die Möglichkeit des lokalen Einstiegs in den Arbeitsmarkt erleichtert.
Und wenn man weiss, dass der überwiegende Teil von Jobs vergeben wird, weil "man jemanden kennt, der weiss, wo..."dann ist sonnenklar dass Durchmischung, "diversity" der Schlüsselbegriff einer sozialen Stadtplanung sein muss.
Meine Hauptthese: Es geht nicht primär um die leidige Frage In-oder Ausländer.
Eines liegt für mich sonnenklar auf der Hand, wird aber nirgendwo angesprochen:
Die fatalen Fehler der Stadtplanung.
Was ist in Paris und in anderen Städten in den letzen vier Jahrzehnten geschehen?
An den Stadträndern wurden riesige "Sozialwohnungen" errichtet, und dann ein fundamentaler Fehler gemacht.
Statt auf das wesentliche jeder gedeihlichen Stadtentwicklung zu setzen, einer sozialen Durchmischung, wurden in diesen "Sozialwohnungen" nahezu ausschliesslich "sozial Schwache" angesiedelt.Und dort ballt sich sich jetzt Armut, extreme hohe Arbeitslosigkeit und das berechtigte Gefühl der Ausgegrenztheit.
Und wenn in grossen Stadtteilen ausschliesslich Menschen dieser sozialen Schicht (egal welcher Herkunft) wohnen, die für sich kaum eine soziale Perspektive sehen, dann ist das ein extrem brisantes Gemisch, dass sich irgendwann (eben jetzt) entlädt.
Ich habe jetzt keine Lösung für Frankreich parat.
Ich bin mir jedoch ganz sicher:
Die Entwicklung sozial durchmischter Stadtteile, in denen verschiedene Milieus, verschiedene Einkommensgruppen neben und miteinander wohnen sind eine elementare Voraussetzung, dass Zustände wie in Frankreich vermieden werden.
In derart gemischten Stadtteilen finden sich auch Kinder der verschiedenen sozialen Gruppen in denselben Schulen, was v.a. für die sozial schwächeren die Aufstiegschancen erhöht.
Dann siedeln sich (Klein)Unternehmen, Restaurants, Bars an, was die Möglichkeit des lokalen Einstiegs in den Arbeitsmarkt erleichtert.
Und wenn man weiss, dass der überwiegende Teil von Jobs vergeben wird, weil "man jemanden kennt, der weiss, wo..."dann ist sonnenklar dass Durchmischung, "diversity" der Schlüsselbegriff einer sozialen Stadtplanung sein muss.
Wie wahr, wie wahr, aber wer will das schon?
muss noch was hinzufügen
Die Zustände in den banlieus (schreibt man das so?) sind übrigens schon lange bekannt: https://www.city-journal.org/html/12_4_the_barbarians.html
Das klingt dann eher nach Verschwörungstheorie. Die franz. Vorstädte gleichen den osteuropäischen Satellitenstädten. Diese Bauten waren gut gemeint, weil die Wohnungen selbst von hohem Standard waren. (fließendes Wasser, Abfluss und Bad in der Wohnung und anzunehmenderweise eine gute Heizung) Und auf der grünen Wiesen waren die Grundstücke billig.
Wir haben in .at ja auch einige solcher Bausünden.
verschwörungstheorie
"Solche Eruptionen haben immer wieder einmal stattgefunden. In Paris gehen solche Aufstände der Armen weit zurück. Auch um sie besser bekämpfen und verhindern zu können, hatte man das alte Paris mit seinen engen und unübersichtlichen, nicht zu kontrollierenden Gassen und Straßen im 19. Jahrhundert durch breite Boulevards geöffnet. Und auch die Siedlungen in den Banlieues wurden angelegt, um die Armen möglichst aus der Stadt zu halten."
Kann natürlich sein, dass der Autor des Artikels so ein heimlicher Verschwörungstheoretiker ist...., weiß ich aber nicht.
Entweder es wurde damals von den Politikern offen ausgesprochen, dass diese Maßnahme dazu da wäre, die Armen zu vertreiben. Das müsste leicht zu belegen sein.
Ansonsten hätte dieses Vorhaben im stillen Kämmerlein besprochen werden müssen. Dann wäre es eine Verschwörung. Um diese zu Belegen, müsste man schon Geheimdokumente veröffentlichen, oder Zeugenaussagen bringen.
In Wahrheit handelt es sich wohl eher um so eine gedankenlos wiederholte Behauptung, die in unser Weltbild passt und sich deshalb kritiklos fortplanzt.
Sehen sie sich den Wohnpark Alt-Erlaa an. Wurde der gebaut um die Prolos aus der Stadt fern zu halten?
Kennen sie La Défense mit dem Grande Arche in Paris? Die lebensfremde Gegend dort wurde um die gleiche Zeit aus dem Boden gestampft. Der Grande Arche kam erst in den 80ern hinzu. Dort stehen wiederrum nur hässliche Bürotürme. So dachte man damals. Eine streng nach Funktion segmentierte Stadt war damals das Ideal.